0. Einleitung

In Deutschland sind etwa zwei Prozent der Bevölkerung hochbegabt. Vermutet man eine Hochbegabung, kann man diese mittels eines Intelligenztests herausfinden. Dabei liegt die intellektuelle Begabung eines Menschen weit über dem der Durchschnittsperson. Eine einheitliche Definition gibt es nicht, aber man geht bei einem IQ von mehr als 130 von einer Hochbegabung aus. Der normale IQ liegt bei etwa 85 bis 115. Eine Hochbegabung bei Kindern kann sich durch unterschiedliche Merkmale äußern. Typische Merkmale sind eine Wissbegierde, gute Beobachtungsgabe, aber auch ein zurückhaltendes und schüchternes Verhalten. Ähnlich äußert sich die Hochbegabung bei Erwachsenen. Einige leiden an Selbstzweifeln, Perfektionismus aber können auch hohe moralische Werte und Gerechtigkeitsempfinden haben.

1. Hochbegabung Ratgeber

Eine Hochbegabung kann ein Segen sein, aber auch Probleme mit sich bringen. Was es bei einer Hochbegabung zu beachten gibt, welche Arten es gibt und wie man sich verhält, erfahren sie nachfolgend.

1.1 Was ist bei einer Hochbegabung zu beachten?

Bei einer Hochbegabung ist zu beachten, dass nicht jedes Kind die gleichen Symptome äußert. Nicht jeder mit einer Hochbegabung ist automatisch gut in der Schule und erzielt Erfolge in allen Bereichen. Zudem ist nicht immer von einer Hochbegabung zu sprechen, wenn entsprechende Anzeichen vorliegen. Daher sollte dies mit einem Psychologen abgesprochen werden, bevor man voreilig Schlüsse zieht.

Liegt eine Hochbegabung tatsächlich vor, sollte diese von den Eltern gefördert werden. Wichtig ist es sich, am Intellekt und nicht am Alter des Kindes zu orientieren, da Kinder mit einer Hochbegabung meist weiterentwickelt sind als Kinder der gleichen Altersgruppe. Eine Möglichkeit, das Kind zu fördern, ist es, eine Klasse zu überspringen oder das Kind individuell zu fördern durch entsprechende Konzepte. Wer sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, kann sich an die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. oder Hochbegabtenförderung e.V. wenden.

Neben den Eltern können auch Lehrer die Schüler fördern, indem ein ständiger Zugang zu Informationen bereitsteht und ein entsprechendes Förderkonzept aufgestellt wird. Die Kinder sollten die Hochbegabung als Teil ihrer Persönlichkeit akzeptieren. Wichtig ist es auch, die Kinder nicht zu viel Druck auszusetzen. Wird eine zu hohe Leistungserwartung ausgesprochen, können sich die Kinder überfordert fühlen. Die Kinder sollten neben der Förderung der Interessen aber auch im Umgang mit ihren Schwächen gefördert werden.

1.2 Welche Hochbegabung gibt es?

Personen mit Hochbegabungen können etwa in fünf Begabungstypen eingeteilt werden. Die erste Gruppe ist die musische Begabung. Die zweite die bildnerisch-darstellende Begabung, die dritte die praktische Begabung, die vierte die soziale Begabung und die fünfte die intellektuelle Begabung oder Intelligenz im Allgemeinen. Als begabt für einen der Bereiche gilt man, wenn die Begabung in einem oder mehreren Bereichen überdurchschnittlich hoch ist.

1.3 Wie findet man die Hochbegabung raus?

Hochbegabung erkennen: Eine Liste mit eindeutigen Merkmalen, die auf eine Hochbegabung hinweisen, gibt es nicht. Es gibt aber viele Indizien, die bei Kindern auf eine Hochbegabung hinweisen. Zu diesen typischen Merkmalen zählen unter anderem eine schnelle Auffassungsgabe, ein gutes Gedächtnis, eine gute Beobachtungsgabe, das Überspringen von Entwicklungsphasen und frühes Entwickeln eines großen Wortschatzes, große Neugier und schnelle Langeweile, spielen mit älteren Kindern, perfektionistisches Handeln, selbstständiges Verknüpfen von Fakten, zielorientiertes Arbeiten und ein hoher Gerechtigkeitssinn. Kinder mit einer Hochbegabung interessieren sich oftmals auch für altersuntypische und philosophische Themen und sind sehr kritisch gegenüber Dingen des Alltags und anderen Personen. Da diese Merkmale aber nicht auf alle Kinder zutreffen, wird meistens ein Intelligenztest durchgeführt.

Je nach Alter des Kindes oder Erwachsenen werden unterschiedliche Tests durchgeführt. Manche Tests eignen sich schon für das Kleinkindalter, jedoch sind die Ergebnisse problematisch zu betrachten. Bei Kleinkindern wird lediglich eine Momentaufnahme durchgeführt, die je nach Zeitpunkt des Tests unterschiedlich ausfallen können. Daher wird ein verlässliches Testergebnis etwa ab einem Alter von fünf Jahren erzielt. Bei den sogenannten IQ-Tests werden die kognitiven Fähigkeiten durch unterschiedliche Methodiken getestet. In der Regel spricht man ab einem Ergebnis von über 130 von einer Hochbegabung. Wichtig ist aber zu beachten, dass kostenlose Tests keine zuverlässigen Ergebnisse erzielen, da die Tests nicht auf das Profil einer Person zutreffen und wahllos zusammengestellt wurden.

1.4 Wie verhält man sich mit Hochbegabung?

Allgemein gesprochen wird vorausgesetzt, dass Kinder mit einer Hochbegabung in der Schule große Erfolge erleben. Aber genau so oft ist das Gegenteil der Fall. Kinder mit Hochbegabungen erzielen oftmals trotz hoher Intelligenz keine guten Ergebnisse in der Schule. Es kann vorkommen, dass Menschen mit Hochbegabungen psychische Störungen oder Krankheitsbilder aufweisen, ist aber keinesfalls die Norm und nicht immer zu finden. Ebenso ist es nicht belegt, dass Personen mit einer Hochbegabung sich für wissenschaftliche Themen interessieren und aus typischen Hochbegabtenfamilien stammen. Ein soziales Umfeld kann jedoch zur besseren Entfaltung der Hochbegabung führen.

Es kommt jedoch oft vor, dass Kinder mit Hochbegabungen in der Grundschule störend auffallen, weil sie gelangweilt sind und sich nicht verstanden fühlen. Manche Kinder reagieren auch mit Streitlust oder nehmen die Rolle des Klassenclowns ein. Viele Eltern wissen zunächst nicht, wie sie diese Symptome deuten sollen. Wie bereits erwähnt, erzielt nicht jedes hochbegabte Kind die besten Noten. Es kann auch sein, dass eine Teilleistungsschwäche vorhanden ist. Das können eine Legasthenie, Dyskalkulie oder Aufmerksamkeitsschwäche sein. Ist dies der Fall, sollten diese Defizite behandelt werden, da sonst die Hochbegabung sich nicht vollständig entfalten kann. Ein weiteres Problem, das Auftreten kann, ist, dass hochbegabte Kinder ADHS haben können. Dies liegt daran, dass ungehindert Informationen durch das Kind aufgenommen werden und die Konzentrationsfähigkeit und soziale Kompetenz darunter leiden können. Um herauszufinden, ob ein Kind durch ADHS Probleme erleidet, sollte ein Kinderpsychologe aufgesucht werden.

2. Abschlussfazit und Empfehlung

Zusammengefasst kann man festhalten, dass es bei Personen mit einer Hochbegabung nicht die typischen Verhaltensmuster gibt, die jedes Mal gleich sind. Es gibt Anzeichen und Merkmale, die auf eine Hochbegabung hinweisen können, aber für ein konkretes Ergebnis muss eine Messung mittels Intelligenztest erfolgen. Je nach Person kann es unterschiedliche Ausprägungen der Hochbegabung geben und unterschiedliche Verhaltensmuster. Eltern sollten das eigene Kind genau beobachten, um zu erkennen, ob das Kind in der Schule unter Problemen wie ADHS oder Legasthenie und Dyskalkulie leidet und gegebenenfalls gegensteuern. Für Eltern ist es wichtig, dass das Potenzial der Kinder gefördert wird. Sei es durch das Besuchen von Kursen, Museen oder in Kontakt bringen mit anderen Hochbegabten.

3. Produktempfehlungen

Nachdem du jetzt alles über Hochbegabungen weißt, haben wir eine Buchempfehlung an dich. Die Lösungsbegabung: Gene sind nur unser Werkzeug. Die Nuss knacken wir selbst! Gebundene Ausgabe – 19. Januar 2021. In diesem Buch geht es um kreative Ideen zur Lösungsfindung und wie wir diese Fähigkeit trainieren können. Der Autor und Genetiker Markus Hengstschläger glaubt daran, dass jeder Mensch sein Leben selbst in der Hand hat. Er zeigt in seinem Buch auf, wie man Chancen nutzen und alte Wege verlassen kann, um unsere Potenziale zu entdecken. Die Kernaussage des Buches ist, dass jeder Mensch lösungsbegabt ist und die Gene nicht den Menschen bestimmen. Er zeigt dabei Strategien auf, wie man aktiv Lösungen finden und fördern kann sei es im Kindes- oder Erwachsenenalter.