Was verstehen wir unter einem Praktikum? Junge Menschen, in der Regel SchĂŒler oder Studenten, sollen einen Einblick in die Praxis erhalten. Eine Weile in den Berufsalltag reinschnuppern und viele Fragen stellen, lernen, mitnehmen. Das Pflichtpkratikum in Schule oder UniversitĂ€t kann eine sinnvolle erste Anlaufstelle fĂŒr den spĂ€teren Berufsalltag werden.

Generation Praktikum

Dieser Begriff geistert seit einigen Jahren durch die Arbeitswelt. Junge, meist gut ausgebildete Menschen kommen frisch aus der UniversitĂ€t oder der Berufsausbildung, voller Hoffnungen und Erwartungen, was der berufliche Alltag bringen mag. Dann folgt oftmals die ErnĂŒchterung: In vielen Branchen verbirgt sich hinter vielen Stellenanzeigen ein Praktikum. Mindestens drei Monate, hĂ€ufig sechs, selten bezahlt und oft voller falscher Versprechen auf eine Perspektive danach. Egal ob in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder PĂ€dagogik, Absolventen und junge Berufseinsteiger haben es nicht leicht.

Gut oder schlecht im Lebenslauf?

Besonders problematisch ist, dass das Wort Praktikum mittlerweile derartig negativ besetzt ist, dass vielen Firmen unrecht getan wird. Ebenso wie die Beteiligung an der betrieblichen Berufsausbildung ist die Bereitstellung von PraktikumsplĂ€tzen im Grunde etwas Positives. Besonders wenn sich Mitarbeiter wirklich Zeit nehmen um den Praktikanten einzufĂŒhren und ihm möglichst viel mit auf den Weg zu geben, ist ein Praktikum eine sinnvolle Statuspassage. Gleichermaßen gibt es durchaus Praktikanten, die fair bezahlt werden.

Praktikanten als Stellenersatz?

Immer hĂ€ufiger wird gemutmaßt, dass Unternehmen von Praktikanten vollwertige Arbeit erwarten. Sie sollen eigene Projekte entwickeln, verwalten und tragen letztlich viel zu viel Verantwortung. Und die Rechnung macht aus Unternehmensseite durchaus Sinn: Ein Wirtschaftsingenieurwesen Praktikum z.B. kann eine Person in der Entwicklungsabteilung ersetzen. Zwei Praktikanten kommen frisch von der Uni und haben bereits dort praktische, berufsspezifische FĂ€higkeiten erlernt. Sollen nun beispielsweise neue Produkte entwickelt werden, könnte der erste Praktikant im ersten halben Jahr mit der Arbeit beginnen, der Zweite wird den Ursprungsjob zu Ende machen. Eine Stelle im Bereich der Forschung und Entwicklung kann somit gespart werden. So lang die Unternehmen sich schier grenzenlos an jungen, hochmotivierten FachkrĂ€ften bedienen können, könnte diese Entwicklung in unermessliche Dimensionen ausarten. Fraglich bleibt, wie angesichts dieser UmstĂ€nde von FachkrĂ€ftemangel gesprochen werden kann.

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